Die Entstehung der Alpen

Die Entstehung der Alpen dauerte immerhin fast hundert Millionen Jahre. Die Geologen haben herausgefunden, dass sie vor 135 Millionen Jahren begann. Ihr bisheriges Ende fand die Auffaltung vor etwa 30 Millionen Jahren. Damit gehören die Alpen zu den jüngeren Faltengebirgen in der Entwicklungsgeschichte der heutigen Erdoberfläche.

Ursprünglich gab es die Kontinente in der heutigen Form nicht, sondern man findet auf geologischen Karten den Superkontinent Pangaea. Er entstand aus dem Zusammendriften von Gondwana und Laurussia. Doch Pangaea blieb nicht bestehen. Dafür sorgten auch der sich ausbreitende Atlantik, der dafür sorgte, dass sich die Europäische Platte von der Afrikanischen trennte und die Afrikanische Kontinentalplatte gegen die Europäische verdrehte. Die dazwischen liegende Adriatische Platte konnte den entstehenden Druck nicht abfangen. Damit schlug die Geburtsstunde für die Alpen.

Die sich immer mehr aufbauenden Druckkräfte mussten irgendwohin abgebaut werden. Dadurch drückte es gigantische Schollen nach oben und sie schoben sich übereinander. Das sieht man heute noch, wenn man einen Schnitt durch die Alpen macht. Dabei wird man auch darüber stolpern, dass sich Schichten mit maritimen Ablagerungen finden. Das liegt an der einstigen Ausbreitung der Ozeane und der Verschiebung der Erdoberfläche.

Die Faltung des Gebirges ging immer mit einer Erosion der Oberflächen einher. Das ist ebenfalls an einem geologischen Schnitt deutlich erkennbar. Auch ist die Formung der Alpen noch immer nicht abgeschlossen, denn die tektonischen Platten von Europa und Afrika drücken auch heute noch aufeinander. Allerdings hat sich die Geschwindigkeit des Wachstums deutlich reduziert. Durch die Messung mit geostationären Satteliten hat man feststellen können, dass sich die Gebirgszüge etwa einen Millimeter pro Jahr heben.

Die Art der Entstehung hat zu den typischen Formen der Gebirgszüge geführt. Sie sind teils extrem schroff und haben messerscharfe Grate, die steil in tief eingekerbte Täler abfallen. Auch die Eiszeit hat ihre Spuren an den Alpen hinterlassen. Felsen wurden durch eingedrungenes und durchfrierendes Wasser abgesprengt. Dadurch kam es zur Bildung der vielerorts sichtbaren Felsüberhänge, die ein echtes Hindernis für die Bergsteiger darstellen. An anderen Stellen sorgen Gletscher und Schmelzwasser dafür, dass die scharfen Kanten im Laufe der Zeit abgeschliffen werden. Das Geröll wird von den Flüssen mit zu Tale getragen, sammelt sich am Fuße der Berge und mischt sich mit den Kleinstpartikeln, die ebenfalls im Wasser befördert werden.