Die Flora und Fauna der Alpen

Die Alpenregion ist durch eine erstaunliche Artenvielfalt gekennzeichnet. Das betrifft sowohl die heimischen Pflanzen als auch die Tierarten. Dabei werden immer wieder Unterschiede zwischen den einzelnen Teilbereichen der Alpen festgestellt. Sie resultieren sowohl aus klimatischen Unterschieden als auch der Zusammensetzung des Bodens, die dafür sorgen, dass verschiedene Pflanzanarten wachsen und im Resultat auch einen Einfluss auf die vorhandene Tierwelt haben.

Kennzeichnend für die Flora sind die Waldgrenzen, die durch die Höhenlage und die daraus folgenden klimatischen Bedingungen bestimmt werden. Hinzu kommen die Bemühungen des Menschen, sich zusätzliche Gebiete für die Bewirtschaftung mit Milchvieh erschließen zu können. Sie haben dafür gesorgt, dass in einigen Regionen der Alpen die Grenze für den Baumbewuchs nach unten gewandert ist. Die Fichte ist durchweg überall gut vertreten. Im Süden und im Norden teilt sie sich die Hänge mit Eichen und Rotbuchen, während man an den Flanken der Zentralmassive verstärkt auch Lärchen findet.

Viele Pflanzen haben sich den rauen Bedingungen angepasst. Ein gutes Beispiel dafür ist die Alpenrose, die den Vorgang der Fotosynthese im Laufe der Zeit so optimieren konnte, dass sie heute durchaus auf zwei Drittel der für andere Pflanzen notwendigen Lichteinstrahlung verzichten kann. Gegen die oft eisige Kälte des Winters schützt sie sich, indem sie sich an Stellen ansiedelt, wo die Wahrscheinlichkeit von Schnee besonders hoch ist.

Insgesamt findet man in den höheren Lagen der Alpen fast ausschließlich mehrjährige Pflanzen, die mit der recht kurzen Vegetationsperiode recht gut zurecht kommen. Dazu gehört auch das Edelweiß, dessen samtige Blüten ein begehrtes Sammelobjekt sind. Es kann bis zu einer Höhe von 3.000 Metern wachsen und unterliegt sehr harten Naturschutzregelungen, weil es vom Aussterben bedroht ist und deshalb nicht gepflückt werden darf.

Die typische Tierwelt der Alpen in den unteren Regionen ist vom Leben in Nadelwäldern bestimmt. Hier findet sich Rotwild, aber auch der eine oder andere Keiler. Füchse sind reichlich vertreten und wer besonders Glück hat, bekommt auch schon man einen Bären zu sehen.

Die Arten, für die die Alpen bekannt geworden sind, haben ihr Domizil fast durchweg oberhalb der Baumgrenze gefunden. Vom Tal aus kann man mit einem guten Fernglas die Gämsen beobachten oder einen Blick auf das ausgeprägte Geweih eines stolzen Alpensteinbocks werfen. Freunde der gefiederten Tierwelt haben hier besonders viel zu schauen. Der Steinadler wirkt ziemlich imposant, wenn er seine Flügel ausbreitet und nach Beute Ausschau hält. Auch Schneehuhn, Kolkrabe und Ringdrossel bekommt man hier oft vor das Objektiv der Kamera.