Das Klima der Alpen

Die Alpen sind die höchste Erhebung Europas. Auf Grund ihrer Höhe fungieren sie auch als Klimascheide. Darüber hinaus nehmen sie auch die Funktion einer europäischen Wasserscheide wahr. Feuchte Luftmassen, die sich von Norden her nähern, regnen sich zuerst ab, ehe sie das Gebirge überqueren können. Genauso trifft das auch für die Luftmassen zu, die sich von Süden her nähern. Das führt dazu, dass im südlichen und im nördlichen Alpenvorland die höchsten Niederschlagsmengen im Sommer gemessen werden. Besonders extrem zeigen sich die Unterschiede im durchschnittlichen monatlichen Niederschlag in den Westalpen, wo die feuchten Luftmassen vom Atlantik her heran getragen werden.

Innerhalb der Alpen zeigt sich ein ausgeprägtes Mikroklima. Das liegt an der Strukturierung des Gebirges. Hier können sich selbst innerhalb eines Tages große Unterschiede zwischen benachbarten Tälern ergeben. Einen großen Einfluss auf das Wettergeschehen haben die großen Furchen, die sich von Westen nach Osten quer durch das gesamte Massiv ziehen. Innerhalb der in den Furchen gelegenen Täler kann man beobachten, dass es immer trockener wird, je mehr man nach Osten kommt. Deshalb finden die Skifahrer in den westlichen Teilen der Zentralalpen auch deutlich bessere Bedingungen vor als in den östlichen Teilen. Auch die Verteilung der Gletscher beweist diese Tatsache sehr anschaulich.

Eine meteorologische Besonderheit der Alpen ist der Föhn, der in Frankreich auch als Mistral bezeichnet wird. Interessant ist die Gegensätzlichkeit, bei der der Föhn bei einem Luftstau auf der nördlichen Seite an den Südhängen auftritt. Umgekehrt spürt man den Föhn im Norden, wenn sich Luftmassen im Süden der Massive aufstauen. Eine Föhnwetterlage erkennt man an den typischen Wolkenformen, die auch als Föhnfische bezeichnet werden, weil sie von der Form her ein wenig an die Wasserbewohner erinnern.

Die Folgen des globalen Klimawandels haben auch vor den Alpen nicht Halt gemacht. Die Ausdehnung der Gletscher nimmt rasant ab. Vor 1980 haben die Gletscher über ein Jahrhundert etwa ein Drittel der Ausdehnung verloren. Allein in den letzten drei Jahrzehnten wurde vom verbleibenden Rest noch einmal ein knappes Drittel verloren. Das hat fatale Folgen, denn die nicht mehr durch Gletscher geschützten Flächen können noch schneller durch die Erosion angegriffen werden. Steigende Zahlen von Schlammlawinen werden verzeichnet und zusätzlich wirken sich die von den schmelzenden Gletschern ausgehenden Veränderungen auf die Flora und Fauna aus. Viele Pflanzen- und Tierarten wandern immer höher. Einige von ihnen werden in absehbarer Zeit keine geeigneten Lebensbedingungen und Lebensräume mehr vorfinden, so dass noch mehr Arten vom Aussterben bedroht sein werden.

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