Der Mont Blanc de Courmayeur

Eigentlich ist der größtenteils auf italienischem Staatsgebiet liegende Mont Blanc de Courmayeur kein eigenständiger Berg, sondern ein Nebengipfel des französischen Mont Blanc. Seine Felsenspitze liegt nur etwa 800 Meter Luftlinie vom Gletschergipfel des Mont Blanc entfernt und ist etwa sechzig Meter niedriger als dieser. Zwischen der Felsenspitze im Südosten und dem eigentlichen Mont Blanc Gipfel liegt ein kleiner Sattel, der al Col Major auf den Karten zu finden ist und dessen tiefster Punkt auf einer Höhe von 4.720 Metern liegt.

Wer einmal die lichte Höhe des 4.808 Meter hohen Mont Blanc erklommen hat, kann als recht schnell auch auf die Spitze des Mont Blanc de Courmayeur gelangen. Wer den Weg zum Gipfelkreuz von Süden her wählen möchte, der muss den Ghiacciaio del Miage überwinden. Dabei handelt es sich in einen mehr als tausend Hektar großen Gletscher, der sehr steil aufragt und deshalb schwer zu bewältigen ist. Seine durchschnittliche Steigung beträgt immerhin fünfzig Meter auf eine Strecke von hundert Metern. Der Bergsteiger muss sich also darauf vorbereiten, dass er zwischen 1.700 und knapp 3.900 Metern Höhe permanent durchs Eis klettern muss.

Die restliche Strecke bis zum Gipfel besteht aus schroffen Felsenkanten und Vorsprüngen, auf denen man sich immer wieder mit Schnee und Eis auseinandersetzen muss. Besonders tückisch für die Bergsteiger sind aufkommende Winde und Schneefälle. Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Besteigung besonders detaillierte Angaben zum Wetter einzuholen und sich auch auf Notfälle, so weit möglich, vorzubereiten. Aus Sicherheitsgründen wird auch von einer Alleinbesteigung des Mont Blanc de Cormayeur abgeraten. Für Anfänger ist er ein unbezwingbares Hindernis, das zahlreiche Gefahren birgt, die auch schon einigen Menschen das Leben gekostet haben. Selbst ein erfahrener Bergsteiger sollte sich hier nur nach einem vorangegangenen intensivem Training und einem guten Führer auf den Weg machen.