Klettern am Mont Blanc in Frankreich

Der Mont Blanc mit seinen 4.808 Höhenmetern ist das erklärte Ziel der meisten passionierten Bergsteiger. Er erhebt sich an der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Als Ausgangspunkt für die Ersteigung dient meistens der nördlich gelegene Wintersportort Chamonix. Außerdem kommen als Operationsbasis auch Les Houches und Saint-Gervais-Les-Bains auf französischer Seite und Courmayeur auf italienischer Seite in Betracht.

Der Bergsteiger kann wählen, ob er die Nordroute über den ausgedehnten Gletscher wählt oder in lieber von der Südseite her erobert, wo seine markanten Felsen schon aus großer Entfernung zu sehen sind. Hier gilt es, vom Talboden bis zum Gipfel mehr als 3.500 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Allein diese Dimensionen zeigen schon, dass der Gigant an einem Tag nicht zu bewältigen ist. Alle erfolgreichen Expeditionen auf den Gipfel arbeiten mit Zwischenstationen auf verschiedenen Höhen, an denen dann Ausrüstungsgegenstände deponiert werden und die Möglichkeit von Übernachtungen und längeren Ruhepausen geschaffen werden.

Die meisten Gipfelstürmer erobern Mont Blanc von Nordwesten her. Dabei kann man sich mit einer Zahnradbahn auf knappe 2.400 Meter bringen lassen und von der Bergstation aus starten. Zwei vorhandene Schutzhütten können auf diesem Weg als Obdach genutzt werden. Kurz vor der Biwakschachtel findet man ein kleines Observatorium, in dem man sich eine konkrete Aussage zu den Wetterverhältnissen der nächsten Tage geben lassen kann. Nach einer Übernachtung in der Biwakschachtel kann man über den Bossesgrat bis hinauf zum Gipfel klettern.

Bis zum 18. Jahrhundert gab es keine Erfolg versprechenden Besteigungsversuche, was unter anderem daran lag, dass nach dem Volksglauben auf dem Gipfel böse Geister vermutet wurden. 1760 wurde für die Erstbesteigung eine Belohnung von einem Schweizer Forscher ausgesetzt, doch es sollten noch mehr als zwei Jahrzehnte vergehen, ehe sich jemand die Siegprämie holen konnte. Der Schweizer Sassoure versuchte es in der Zwischenzeit sogar selbst erfolglos. Die ersten Menschen betraten am 8. August 1786 den Gipfel. Balmat und Paccard waren von Chamonix aus gestartet und brauchten zwei Tage bis zum höchsten Punkt des Mont Blanc.